The Chemist

51.jpgTitel: The Chemist
Autor: Stephenie Meyer
Erscheinungsjahr: 2016
Seiten: 624 Seiten
Verlag: Fischer Scherz
ISBN: 3651025500

Inhalt: Sie hat für eine geheime Spezialeinheit der US-Regierung als Verhörspezialistin gearbeitet. Sie weiß Dinge. Zu viele Dinge. Deshalb wird sie jetzt selbst gejagt, bleibt nie länger an einem Ort, wechselt ständig Name und Aussehen. Drei Anschläge hat sie knapp überlebt. Die einzige Person, der sie vertraut hat, wurde umgebracht.
Doch jetzt hat sie die Chance, wieder ein normales Leben zu führen. Dafür soll sie einen letzten Auftrag ausführen. Was sie dabei herausfindet, bringt sie jedoch in noch größere Gefahr, macht sie verwundbar. Denn zum ersten Mal in ihrem Leben gibt es einen Mann an ihrer Seite, der ihr wirklich etwas bedeutet. Und sie muss alles dafür tun, damit sie beide am Leben bleiben – mit ihren ganz eigenen Mitteln …

Meinung

Zuerst ist es grandios. Ich war so begeistert, dass ich das Buch schon weiterempfehlen wollte, ehe ich es überhaupt zu Ende gelesen hatte. Das liegt daran, dass der Plot genau was für mich ist. Sie – zartes, einsames Persönchen – ist untergetaucht und schlägt sich alleine durch. Sie nimmt es mit den besten Geheimagenten und Auftragskillern auf, denn sie ist auf ihrem Gebiet ein Genie.
Und dann kommt mittendrin ein heftiger Genrewechsel von Krimi zu Romanze. Ich habe nichts gegen eine Lovestory, aber die ganze Stimmung war plötzlich im Eimer. Es hat einfach nicht reinpasst und dadurch auch irgendwo unglaubwürdig gewirkt.
Erst ist sie die eiskalte, gebrochene Überlebenskünstlerin und dann wird nur noch rumgeturtelt. Die Flirtereien zerstören die Stimmung völlig. Ich bin wirklich enttäuscht. Nichts gegen ein paar lockere Momente, aber am Ende ist man wieder bei Twilight, das fand ich so schade. Selbst Wölfe treten dort in Form von ein Dutzend Hunden als Dauerbegleiter wieder in Erscheinung. Es war einfach zu viel Kitsch. Ich finde es zwar schön, wenn ein Autor seinem Stil treu bleibt, aber es wäre schöner gewesen, wenn sie mal was anderes geschrieben hätte.

Bewertung

Das Buch ist nur für Krimifans geeignet, die zu einer romantischen Liebesgeschichte nie nein sagen würden.

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Girl On The Train

41UwjvGkQAL._SX312_BO1,204,203,200_Titel: Girl On The Train
Autor: Paula Hawkins
Erscheinungsjahr: 2015
Seiten: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag
ISBN: 3764505222

Inhalt: Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.

Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse …

Meinung

Ich habe viele Kritiken angeschaut und mir viele Meinungen eingeholt, bevor ich das Buch selbst gelesen habe. Als ich das Buch anfing zu lesen, musste ich dem zustimmen, was mir fast alle gesagt hatten: Das Buch ist total überhyped.
Genau das finde ich auch. Aber ich glaube, für mich hat das eine andere Ursache. Die meisten sagten, dieses Buch wäre überhyped, weil es langweilig und nichts Neues wäre. Ein 0815-Krimi. Ich finde es aber nicht schlimm, wenn sich ein Autor bekannter Konstellationen oder typischer Krimi-Charaktere bedient, deswegen muss das Buch noch lange nicht schlecht sein. Ausschlaggebend ist für mich die Art und Weise wie es geschrieben ist.

Leider hat Paula Hawkins einen Schreibstil, der zwar gut „weg zu lesen“ ist wie ich immer so schön sage, aber meiner Meinung nach einfach schlecht ist. Jedenfalls zu schlecht, um eine gute Atmosphäre aufzubauen und Charaktere so zu beschreiben, dass man sie lieb gewinnt. Besonders Letzteres ist ihr meines Erachtens nach ordentlich missglückt. Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, bei dem mir so viele Charaktere auf einmal unsympathisch sind.

An ihrem Schreibstil hat mich weiterhin gestört, dass er so platt scheint. Ich meine, es fühlt sich nicht so an, als wäre da mit Herzblut geschrieben worden. Ich musste öfter die Stirn runzeln, weil ich manche Beschreibungen so merkwürdig oder unpassend fand.
Dabei geht es mir nicht darum, was ich persönlich mag, sondern dass ein Buch mich mit Wörtern Dinge fühlen lassen muss und das ist bei dem Buch nie passiert. Ich fand es auch okay, dass Rachel mir nicht sympathisch war, schließlich ist sie Alkoholikerin und verhält sich dementsprechend. Aber auch ihr altes Ich, das ab und zu beleuchtet wird, kann ich nur schwer greifen. Für all das mache ich ihren Schreibstil verantwortlich, denn die Geschichte an sich finde ich eigentlich ganz spannend.

Bewertung

Ein guter Krimi für zwischendurch, aber wenn man überrascht, oder von Schreibkunst in den Bann gezogen werden will, dann sollte man das Buch beiseite legen.

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Der Dieb in der Nacht

513bBBXGQ+L._SX305_BO1,204,203,200_Titel: Der Dieb in der Nacht
Autor: Katharina Hartwell
Erscheinungsjahr: 2015
Seiten: 320 Seiten
Verlag: Berlin Verlag
ISBN: 3827012791

Inhalt: Eines flirrend heißen Nachmittags verschwindet der 19-jährige Felix spurlos. Zurück bleiben seine Mutter, seine Schwester und sein bester Freund Paul. Jeder hat eine eigene Version von diesem Tag, nach dem nichts mehr so ist wie zuvor. Zehn Jahre später taucht Felix plötzlich wieder auf. Aber ist der Mann, der der sich Ira Blixen nennt, wirklich der Vermisste? Ein packendes Vexierspiel um Realität, Identität und Sehnsucht und um die Frage, wie sich über die Leerstelle sprechen lässt, die das Verschwinden eines Menschen in die Leben seiner Nächsten sprengt.

Meinung

Man muss diese Art von Buch mögen. Wenn man glaubt, auf einen spannenden Krimi gestoßen zu sein, der den Spannungsbogen fast schon überspannt, dann muss ich ihn enttäuschen. Das hier ist vielmehr ein Sprachliches Meisterwerk, als ein packender Roman wie es in der Beschreibung steht. Für mich war das okay, ich habe jedes einzelne Wort in diesem Buch genossen, deshalb macht es mir nichts aus.
Das Hauptaugenmerk liegt meines Erachtens nach in den einzelnen Persönlichkeiten und Gefühlen. Beim Lesen erlangt man immer wieder eine neue Perspektive auf das Verschwinden von Felix und durch die Zeitsprünge in die Vergangenheit, reift immer ein immer konkreteres Bild von den Protagonisten heran. Mehr passiert hier nicht. Viele bemängeln das, aber ich fand es deswegen nicht langweilig. Eigentlich war es genau mein Ding und auch mal ganz erfrischend. Jedoch finde ich, dass wenigstens am Ende etwas hätte passieren können. Ich kann mir vorstellen, dass der ein oder andere ziemlich enttäuscht darüber sein könnte, sich für so ein Finale durch 300 Seiten gelesen zu haben. Das war schade.

Bewertung

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„Das ist der Unterschied“, hatte sie mir gesagt. „Alle anderen haben gedacht, der Regisseur trifft die Auswahl. Aber in Wirklichkeit habe ich dem Regisseur auf unterschwellige Weise gesagt, dass die Rolle mir gehört.“
Das wollte ich – eine ursprungslose, tonlose Welle, die von mir zu Russell trug. Ich wollte diese Welt ohne Ende.

Sie war in jenem tiefen, sicheren Gefühl befangen, dass es jenseits ihrer eigenen Erfahrung nichts gab. Als könnte sich alles nur in eine Richtung entwickeln und die Jahre führten durch einen Korridor zu dem Zimmer, in dem das unvermeidliche Selbst wartete – noch unentwickelt, bereit, offenbart zu werden. Wie traurig es war sich klar zumachen, dass man manchmal nie dorthin kam. – Emma Cline

Cry Baby – Gillian Flynn

„Es heißt, blau sei die Farbe der Traurigkeit. Daher auch Blues. Doch für mich sind Depressionen Uringelb. Ein müdes, verwaschenes Meer aus Pisse.“

Tcryitel: Cry Baby
Autor: Gillian Flynn
Genre: Thriller
Erscheinungsjahr: 2014
Seiten: 332 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz
ISBN: 365101164X

Inhalt:
Ein Ort in der tiefsten Provinz: Zwei Mädchen an der Schwelle zum Teenager, auffallend hübsch, werden brutal ermordet. Verstümmelt. Alle Zähne gezogen. Das ist der Fall, über den die Journalistin Camille Preaker schreiben soll: Sie stammt aus Wind Gap, der trostlosen Kleinstadt, in der jeder jeden kennt. Doch statt auf die große Story trifft sie auf ihre eigene dunkle Vergangenheit, die sie nie losgelassen hat. Sie wird zurückgeschleudert in die beklemmende Enge des Ortes, zu seinen feindseligen Bewohnern. Zurück in den eiskalten Schoß der Familie. In das Haus, das niemals ein Zuhause war. In dem noch immer dieselben Gespenster wohnen wie damals. Doch heute verbreiten sie nicht nur Angst und Schrecken. Sie töten.

Meinung

Nachdem ich Gone Girl gelesen hatte, habe ich mich nun auch an ein zweites Buch von Gillian Flynn herangewagt, obwohl ich nur mäßig überzeugt von dem hochgelobten Buch war. Ich bin schon öfter über Cry Baby gestolpert, aber habe es mir nie gekauft, weil mich der Buchtitel nicht im mindesten angesprochen hatte. Da fand ich den Originaltitel schon besser: sharp objects.
Auf den ersten Blick sieht das Buch für mich aus wie ein sehr schlechter Krimi, ich habe ihn letzten Endes bloß aus Langeweile gelesen. Und wurde positiv überrascht, Himmel sei Dank. Ich hatte es in wenigen Tagen durchgelesen.

Ich fand Flynns Schreibstil nie sonderlich schlecht, aber mit dem Buch hat er mich eigentlich erst überzeugt. Ich mag den Schreibstil. Schön, flüssig, konstant gut. Dafür hat mich leider der Plot etwas enttäuscht. Die Storyline ist okay, aber ich finde es vorhersehbar und war von dem Ende irgendwie enttäuscht, weil es mir vielleicht zu langweilig war. Es fühlte sich so an, als hätte man am Ende nochmal schnell überlegt, wie man das alles noch etwas spannender kriegen könnte. Ausgedacht eben. Nicht so realitätsnah, etwas zu abgehoben. Der Moment in dem man denkt mh ja, alles klar gab es leider, aber das war nicht so dramatisch.

Die Charaktere sind interessant. Camille ist einem irgendwie sympathisch, obwohl viel dagegen spricht, das finde ich gelungen. Mich persönlich hat die Geschichte sehr angesprochen, weil sie einfach meinem Geschmack entspricht. Ich mag Charaktere, die Probleme haben, in Camilles Fall der Alkohol und das Schneiden, aber trotzdem sehr charakterstark sind, ohne dabei arrogant oder aufgesetzt zu wirken.

„Mit den Toten kann man nicht konkurrieren und doch versuche ich es immer wieder.“

Bewertung

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Ob man das Buch mögen wird, ist wohl Geschmackssache, aber ich würde es weiter empfehlen.

Mein Widerstand brach zusammen, es war leichter, sich treiben zu lassen.

Als ich dich fand – Catherine Ryan Hyde (NSFB)

„Die meisten denken lieber, dass ihre Ressentiments die Schuld der Person sind, die sie ablehnen.“

978.jpgTitel: Als ich dich fand
Autor: Catherine Ryan Hyde
Genre: Dramatik
Erscheinungsjahr: 2015
Seiten: 400 Seiten
Verlag: AmazonCrossing
ISBN: 9781503999480

Inhalt: Als Nathan McCann ein halb vergrabenes Baby im Wald findet, geht er davon aus, dass es tot ist. Doch dann bewegt es sich, und in einem einzigen kurzen Moment ändert sich Nathans Leben für immer. Der kleine Junge wird zu seiner Großmutter geschickt, um bei ihr aufzuwachsen, aber Nathan kann ihn nicht vergessen, und er stattet der alten Frau einen Besuch ab. Er bittet um ein einfaches Versprechen: dass sie Nathan irgendwann dem Jungen vorstellen und ihm erzählen wird, dass er der Mann ist, der ihn im Wald gefunden hat. Die Jahre vergehen, und Nathan nimmt an, dass die alte Dame ihr Versprechen vergessen hat, bis eines Tages ein wütender, schwieriger Junge mit einem Koffer in der Hand vor seiner Haustür steht …

„Das ist so vorsichtig wie ich nur sein kann, wenn ich gleichzeitig etwas fühlen will.“

Meinung

Eine richtig gute Geschichte. Am Anfang war ich skeptisch, weil ich den Schreibstil nicht besonders fand und dachte, es würde langweilig werden. Ich wurde aber recht schnell vom Gegenteil überzeugt und habe es in einem Rutsch durchgelesen.
Der Schreibstil ist einfach, aber gut. Man nimmt sehr viel aus diesem Buch mit und je mehr ich in der Geschichte drin war, desto schöner und erkenntnisreicher fand ich sie. Es ist ein Buch mit Tiefgang und man möchte einfach wissen, wie es mit dem Jungen weiter geht. Es geht um Vieles: Träume, Erwachsen werden, Kämpfen, Selbstlosigkeit, Liebe. Ich fand selten eine Geschichte so schön und traurig zu gleich und ich würde sie jedem weiter empfehlen, weil ich mir sicher bin, dass jeder sich irgendwo wiederfinden könnte.
Ich glaube viele halten das Ende für „zu offen“, ich finde das nicht. Es geht in dem Buch nicht darum, die Geschichte des Jungen bis zum Ende zu erzählen, sondern die Geschichte von ihm und Nathan zu erzählen. Und die Story hat ein wunderbares, überhaupt nicht offenes, Ende gefunden.

„Man kann seine Illusion zerstören, oder abwarten, bis es das Leben tut.“

Bewertung

Bitte lesen.

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Okay gut. Dir geht es gut. Verstanden. Lüg mich an um rauszufinden, ob es mir was ausmacht. Es macht mir nichts aus.