Cry Baby – Gillian Flynn

„Es heißt, blau sei die Farbe der Traurigkeit. Daher auch Blues. Doch für mich sind Depressionen Uringelb. Ein müdes, verwaschenes Meer aus Pisse.“

Tcryitel: Cry Baby
Autor: Gillian Flynn
Genre: Thriller
Erscheinungsjahr: 2014
Seiten: 332 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz
ISBN: 365101164X

Inhalt:
Ein Ort in der tiefsten Provinz: Zwei Mädchen an der Schwelle zum Teenager, auffallend hübsch, werden brutal ermordet. Verstümmelt. Alle Zähne gezogen. Das ist der Fall, über den die Journalistin Camille Preaker schreiben soll: Sie stammt aus Wind Gap, der trostlosen Kleinstadt, in der jeder jeden kennt. Doch statt auf die große Story trifft sie auf ihre eigene dunkle Vergangenheit, die sie nie losgelassen hat. Sie wird zurückgeschleudert in die beklemmende Enge des Ortes, zu seinen feindseligen Bewohnern. Zurück in den eiskalten Schoß der Familie. In das Haus, das niemals ein Zuhause war. In dem noch immer dieselben Gespenster wohnen wie damals. Doch heute verbreiten sie nicht nur Angst und Schrecken. Sie töten.

Meinung

Nachdem ich Gone Girl gelesen hatte, habe ich mich nun auch an ein zweites Buch von Gillian Flynn herangewagt, obwohl ich nur mäßig überzeugt von dem hochgelobten Buch war. Ich bin schon öfter über Cry Baby gestolpert, aber habe es mir nie gekauft, weil mich der Buchtitel nicht im mindesten angesprochen hatte. Da fand ich den Originaltitel schon besser: sharp objects.
Auf den ersten Blick sieht das Buch für mich aus wie ein sehr schlechter Krimi, ich habe ihn letzten Endes bloß aus Langeweile gelesen. Und wurde positiv überrascht, Himmel sei Dank. Ich hatte es in wenigen Tagen durchgelesen.

Ich fand Flynns Schreibstil nie sonderlich schlecht, aber mit dem Buch hat er mich eigentlich erst überzeugt. Ich mag den Schreibstil. Schön, flüssig, konstant gut. Dafür hat mich leider der Plot etwas enttäuscht. Die Storyline ist okay, aber ich finde es vorhersehbar und war von dem Ende irgendwie enttäuscht, weil es mir vielleicht zu langweilig war. Es fühlte sich so an, als hätte man am Ende nochmal schnell überlegt, wie man das alles noch etwas spannender kriegen könnte. Ausgedacht eben. Nicht so realitätsnah, etwas zu abgehoben. Der Moment in dem man denkt mh ja, alles klar gab es leider, aber das war nicht so dramatisch.

Die Charaktere sind interessant. Camille ist einem irgendwie sympathisch, obwohl viel dagegen spricht, das finde ich gelungen. Mich persönlich hat die Geschichte sehr angesprochen, weil sie einfach meinem Geschmack entspricht. Ich mag Charaktere, die Probleme haben, in Camilles Fall der Alkohol und das Schneiden, aber trotzdem sehr charakterstark sind, ohne dabei arrogant oder aufgesetzt zu wirken.

„Mit den Toten kann man nicht konkurrieren und doch versuche ich es immer wieder.“

Bewertung

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Ob man das Buch mögen wird, ist wohl Geschmackssache, aber ich würde es weiter empfehlen.

Mein Widerstand brach zusammen, es war leichter, sich treiben zu lassen.

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5 Kommentare

  1. Ich habe „Gone Girl“ und „Dark Places“ lediglich als Filme angeschaut, „Cry Baby“ dagegen habe ich gelesen. Bei allen drei Werken hatte ich den Eindruck, dass es der Autorin auf unnachahmbare Weise gelingt ihre Protagonisten zu zeichnen, sodass man sie irgendwie mag, obwohl sie geradezu unsympathisch sind. Allein das fand ich sehr faszinierend. Was mich aber an „Cry Baby“ gefesselt hat, war die bedrückende Darstellung dieses Ortes und seiner Bewohner und besonders der Familie Camille. Das ist Beklemmung und Gänsehaut pur, ohne das man unbedingt mit dem Finger darauf zeigen kann.
    Ich stimme dir also zu, ein herkömmlicher Krimi war „Cry Baby“ in meinen Augen nicht!

    Gefällt 3 Personen

    1. Ich bin ganz deiner Meinung. Ich finde, dass ein Autor durch spannende Charaktere einen mittelmäßigen Plot retten kann. Ich würde also höchstwahrscheinlich auch ein Buch von ihr lesen, wenn ich wüsste, dass die Story nicht gut sein würde, weil sie einfach Atmosphäre schafft. 🙂

      Gefällt 2 Personen

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